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Einsatz für Menschenrechte und Demokratie

Er setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte der indigenen Völker im Amazonasgebiet ein: Für sein Lebenswerk wird Bischof Erwin Kräutler nun mit dem Herbert-Haag- Preis 2026 ausgezeichnet. Ebenso die ungarische Theologin Rita Perintfalvi, für ihr Engagement am Schnittpunkt von Religion und Politik.

Herbert-Haag-Preis für Amazonas Bischof Erwin Kräutler und Theologin Rita Perintfalvi. Fotos: Markus Hofer und Ivola Bazanth
Herbert-Haag-Preis für Amazonas Bischof Erwin Kräutler und Theologin Rita Perintfalvi. Fotos: Markus Hofer und Ivola Bazanth

«Wir haben nur diese eine Welt und keinen Plan B.» Der Satz könnte von einem Umweltaktivisten stammen. Gesagt hat ihn jedoch der weltweit als Amazonas-Bischof bekannt gewordene Bischof Erwin Kräutler. Der in Vorarlberg geborene Kirchenmann setzte sich in der brasilianischen Amazonasregion jahrzehntelang für Umweltschutz und Klima ein, aber auch für die Rechte der indigenen Bevölkerung. Das Engagement des heute 86Jährigen wird nun mit dem Herbert-Haag-Preis ausgezeichnet.

Kräutler ging 1965 nach Xingu/Brasilien, der flächenmässig grössten Diözese in der Amazonasregion. 15 Jahre später wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof mit Nach folgerecht ernannt. Ein Jahr später trat er als Bischof der Diözese Xingu die Nachfolge seines Onkels Erich Kräutler an.

Mit Gewalt zurückgedrängt

Kräutler war einer der führenden Bischöfe Brasiliens bei der Verteidigung des Umweltschutzes und der indigenen Völker in der Amazonasregion. «Es sind die indigenen Völker am Xingu und in ganz Brasilien, die mir ans Herz gewachsen sind», sagt er. Einst starke Völker, sei die Minderheit heute in ihrem kulturellen, aber auch physischen Leben bedroht. Kräutler wies darauf hin, wie sehr die indigene Bevölkerung des Amazonas in ihren Lebensräumen zurückgedrängt werde, meist mit brutaler Gewalt. Dem globalen Norden rief er in Erinnerung: «Unser Über leben auf dem Planeten Erde hängt von einer ökologischen Bekehrung ab.» Mit Nachdruck hob er die klimaregulierende Funktion des Amazonas Regenwalds für den gesamten Planeten hervor. Geehrt wird Kräutler auch für sein Handeln «für eine zukunftsfähige und geschlechtergerechte Kirche», schreibt die Herbert Haag Stiftung. So plädierte Kräutler für die Weihe von Frauen, indem er betonte, diese würden am Amazonas längst die meisten Gemeinden leiten.

Missbrauch angeprangert

Ebenfalls gewürdigt mit dem diesjährigen Herbert-Haag-Preis wird die ungarische Theologin, Forscherin, Publizistin und Bloggerin Rita Perintfalvi. Sie ist Präsidentin der Ungarischen Sektion der Europäischen Gesellschaft für Theologische Forschung von Frauen und gehört auch zu den Mitbegründerinnen der Basisgemeinschaft «Kreise der Freiheit». Diese kritisiert und bekämpft die rechtskonservative Politik und Ideologie des Systems Orban.

Ihr vielfältiges Wirken zeigt sich in ihren Forschungs- und Publikationsschwerpunkten wie Rechtspopulismus, politischem bzw. religiösem Fundamentalismus, sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche oder Fragen der Geschlechtergerechtigkeit. In einem Sachbuch liess Rita Perintfalvi Menschen zu Wort kommen, die durch katholische Priester sexuell und spirituell missbraucht worden waren. Die Reaktionen in der Öffentlichkeit waren heftig. Sowohl Rita Perintfalvi als auch Erwin Kräutler wurden wegen ihres Engagements mehrfach angefeindet oder gar mit dem Tod bedroht.

Der Herbert-Haag-Preis

Preisverleihung: So, 22. März, 15.30 Uhr, Lukaskirche Luzern. Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet mit ihrem Preis jährlich Personen und Institutionen im In- und Ausland aus, die sich «durch freie Meinungsäusserung oder mutiges Handeln in der Christenheit exponiert haben». www.herberthaag-stiftung.ch