Der zunehmende Fachkräftemangel auf pastoraler und auf staatskirchenrechtlicher Seite sowie die wiederkehrenden politischen Diskussionen über die Kirchensteuern juristischer Personen im Kanton Zug, stellen die katholische Kirche Zug vor wesentliche Herausforderungen.
Um auszuloten, wie sich die Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) künftig ausrichten soll, wurde im Jahr 2025 eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese liess eine Umfrage bei den Mitgliedern durchführen. Die Resultate machten deutlich, dass insbesondere in der Zusammenarbeit zwischen den Pfarreien und den Pastoralräumen sowie bei der Organisation der VKKZ Handlungsbedarf besteht.
Am 4. März 2026 fand im Pfarreiheim Baar eine Informationsveranstaltung für die Mitglieder der VKKZ statt, an der die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe vorgestellt wurden. Eröffnet wurde der Abend durch Stefan Doppmann, den amtierenden Präsidenten der VKKZ, der an diesem Abend mit Blick auf die vorgesehene neue Organisationsstruktur seinen Rücktritt auf Ende Juni 2026 bekannt gab.
Im ersten Teil der Veranstaltung präsentierten das Präsidium und die Arbeitsgruppe mögliche Ansätze zur Weiterentwicklung der Organisation der VKKZ. Vorgeschlagen wurde unter anderem, das Präsidium zu stärken (mehr Personen), seine strategische Rolle zu schärfen und hierfür Ressorts einzuführen. Die anwesenden Mitglieder wurden eingeladen, die Vorschläge zu diskutieren, Chancen und Herausforderungen der angedachten Strukturen zu benennen und offene Fragen zu formulieren. Die Ideen der Arbeitsgruppe stiessen bei den VKKZ-Mitgliedern mehrheitlich auf Anklang. Insbesondere die Vertretung aller Pastoralräume im VKKZ-Präsidium sowie die Stärkung des Präsidiums und die Bildung von Ressorts wurden von den Delegierten begrüsst. Hohe Zustimmung erfuhren auch der Aufbau einer gemeinsamen IT-Infrastruktur oder eine verstärkte koordinierte externe Kommunikation. Fragen warfen der Zeitplan der Umsetzung und die personellen Ressourcen innerhalb der neuen Strukturen auf.

Der zweite Teil der Veranstaltung widmete sich der Frage, wie eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Pfarreien und Pastoralräumen konkret aussehen könnte. In moderierten Gruppendiskussionen wurde an verschiedenen Tischen Ideen zu den Themen Infrastruktur, Angebote, Personal, Administration, externe Kommunikation und Zukunftsplanung gesammelt. Die zahlreichen Impulse nimmt das Präsidium bzw. die Arbeitsgruppe nun auf und wird sie weiter ausarbeiten.
Die definitiven Vorschläge zur neuen Organisationsstruktur werden an der Delegiertenversammlung im Mai 2026 präsentiert, vertieft diskutiert und verabschiedet. Ebenso finden im Rahmen dieser Versammlung die Neuwahlen statt. Renate Falk (Oberägeri, bisher) Patrice Riedo (Zug, bisher) und Thomas Inglin (Baar, neu), Susanne Klass (Zug, neu) stellen sich zur Wahl, weitere Kandidaturen sind möglich. Offen ist eine zweite Vertretung aus der Pastoral.