zurück zur Übersicht

Auch in der Natur fand er Spiritualität - Ausstellung zeigt Werke von Franz Stadlin

Ab Muttertag sind in der Kirche St. Johannes Zug acht Werke des Zuger Malers zu sehen, der zeitlebens ein aufmerksamer Beobachter seiner Mitmenschen und seiner Umwelt war. Die Ausstellung steht im Zusammenhang mit dem 800-Jahr-Jubiläum von Franz von Assisi.

Eines der ausgestellten Werke von Franz Stadlin. Foto: Raphael Biermayr

Ab dem 10. Mai 2026 sind in der Kirche St. Johannes in Zug acht Werke des Zuger Malers Franz Stadlin zu sehen. Der Künstler fand in der Natur, im Licht und in der Stille wichtige Quellen seiner Inspiration. Die ausgewählten Bilder stammen aus der «blauen Phase» des 1948 in Zug geborenen Sohns einer Bauernfamilie. In den späten 1980er-Jahren widmete er sich vorwiegend Landschaften. Von der damaligen Wohnung aus sah er über den Zugersee auf die Rigi und die dahinter liegenden Bergketten. Er konnte sich stundenlang in die Natur vertiefen. In ihr fand er Ruhe und Spiritualität.

Die Malerei verbindet Franz Stadlin und seine Frau Barbara seit jeher. Das Ehepaar unternahm gerne Reisen; oft nach Italien und Griechenland, wo Franz Stadlin ebenfalls Inspiration fand. Es war für beide eine befruchtende Zeit. Während er sich seinen Skizzen und Studien widmete, las sie Bücher. Franz Stadlin war ebenfalls Lehrer; er unterrichtete Bildnerisches Gestalten, zunächst an den Schulen St. Michael in Zug, später am Institut Dr. Pfister in Oberägeri.

In der bis zum 6. Juli währenden Ausstellung werden sechs Aquarelle sowie zwei Acrylwerke von Franz Stadlin zu sehen sein. Die Idee dazu hatte Bernhard Lenfers Grünenfelder, Gemeindeleiter des Pastoralraums Zug Walchwil. Er begleitete im Jahr 2024 die Abschiedsfeier von Franz Stadlin. Die Bilderschau steht im Zusammenhang mit dem 800-Jahr-Jubiläum von Franz von Assisi.

Für Franz Stadlin waren die Heiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua wichtige spirituelle Bezugsgrössen. Ihm war Bescheidenheit sehr wichtig, er brauchte nicht viel für ein glückliches Leben. Grossen Wert legte er einzig auf grosse, lichtdurchflutete Räume. Dies sei auf die Enge im Bauernhaus, in dem er aufgewachsen war und das er liebevoll renovieren liess, zurückzuführen. Seine Mutter bestärkte ihn immer auf seinem Weg. Sie organisierte ihm das Packpapier, auf das er schon als Kind grossformatig mit Farbstiften zeichnete und malte.

Auch die Rigi hat es Franz Stadlin angetan. Foto: Raphael Biermayr

Der Wald als Motiv

Im Laufe seines Lebens nutzte Franz Stadlin vor allem Farbstifte sowie Öl-, Acryl- und Aquarellfarben. Als Jugendlicher zeichnete er auch Pferde, was auf seine grosse Leidenschaft für das Reiten zurückzuführen war, die er mehrere Jahre pflegte. Später fanden sich in seinen Motiven Indigene Nordamerikas, nachdem er in den Büchern Karl Mays über diese gelesen hatte. Auch der Wald ist ein wiederkehrendes Motiv in seinen Werken. Diesen erkundete und entdeckte Franz Stadlin in unzähligen Forsteinsätzen mit seinem Vater.

Tanz und Musik

Später zog es den Zuger nach Paris, wo sein Bruder Alois als Modedesigner lebte. Dort arbeitete er mit Modellen, mit deren Hilfe er sich das schnelle Zeichnen von Mimik aneignete. Dies sollte ihm später auch bei seinen Bildern von Flamencotänzerinnen zugutekommen. Die Darstellung von Frauenfiguren in Verbindung mit dem Thema «Tanz und Musik» beschäftigte ihn bis in die letzten Jahre seines Schaffens. In jenen Jahren entstanden auffallend bunte Werke.

Auch seine Familie mit den beiden Töchtern Katharina und Franziska hat eine Menge Farbe in sein Leben gebracht. Barbara Stadlin wird bei der Vernissage am 10. Mai in der Kirche St. Johannes Erläuterungen zu den Bildern und zum Maler Franz Stadlin geben.

Im Gottesdienst am 10. Mai (ab 9.45 Uhr) wird Gemeindeleiter Bernhard Lenfers Grünenfelder auf die Bilder eingehen. Anschliessend, ab 10.45 Uhr, findet die Vernissage statt.

Zur Ausstellung zählen sechs Aquarelle und zwei Acryllbilder. Foto: Raphael Biermayr