Krippenprojekt gestartet: Neun Hobbyschnitzerinnen und -schnitzer aus dem Pastoralraum Zug-Walchwil erwecken eine neue Krippe zum Leben. Im Rahmen des Franziskusjahres schnitzen sie bis zur Weihnachtszeit grosse Krippenfiguren aus Holz.

Eine einfache Futterkrippe, Tiere im Stall und Menschen, die staunend im Halbdunkeln stehen: Als der heilige Franziskus von Assisi im Jahr 1223 in Greccio die erste Krippenfeier gestaltete, wurde die Geburt von Jesu für viele erstmals unmittelbar erlebbar. Aus diesem Ursprung entwickelte sich eine weltweite Tradition, die bis heute in vielfältigen Formen weiterlebt – auch im Pastoralraum Zug Walchwil.
Hier erwecken nun neun Männer und Frauen aus dem Pastoralraum eine neue Krippe zum Leben, indem sie rund einen Meter hohe Krippenfiguren aus Holzstämmen schnitzen. So verleihen sie der Weihnachtsgeschichte eine neue Gestalt und eine persönliche Note.
Mit viel Hingabe am Werk
Anfang April trafen sich die Hobbyschnitzerinnen und -schnitzer erstmals mit dem Chamer Holzbildhauer Daniel Züsli. Dies, um die ersten Schritte zu besprechen und die Arbeit aufzuteilen. Auch wenn die Weihnachtszeit noch Monate entfernt ist, wurde bereits deutlich, mit wie viel Engagement und Hingabe die Beteiligten ans Werk gehen. Dabei ergab sich die Gelegenheit, Einblick in die Beweggründe und Inspirationen der Teilnehmenden zu gewinnen. Besonders eindrücklich war zu hören, wie sie die vertrauten Figuren der Krippe neu interpretieren möchten – teils bewusst ungewohnt, teils überraschend anders und stets mit dem Anspruch, zum Nachdenken anzuregen. So steht etwa die Figur des Josef im Fokus einer neuen Interpretation: Sie soll nicht nur klassisch als stiller Begleiter erscheinen, sondern stärker als aktive, prägende Figur der Szene verstanden werden.
Anlässlich des 800-Jahr-Jubiläums von Franziskus von Assisi lädt das Projekt dazu ein, die Krippentradition nicht nur handwerklich, sondern auch geistlich neu zu entdecken. Den Höhepunkt bildet die Vernissage der Krippenfiguren am 5. Dezember. Sie bietet die Gelegenheit, die unterschiedlichen künstlerischen Zugänge zu erleben – und die Weihnachtsgeschichte vielleicht mit neuen Augen zu sehen.