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Die Ikonenmalerin Janina Zang hat für Zug eine Wanderikone geschrieben

Mit einer Ikone durchs Franziskusjahr: Janina Zang hat für die Zuger die Ikone «Franziskus und Klara» entworfen. Sie erzählt, welche Rolle das Jesusgebet dabei spielte, weshalb die Ikone moderne Elemente aufweist und was sie den Menschen mit auf den Weg geben möchte.

Ikonenmalerin Janina Zang. Foto: zVg

Die Ikone ist über einen langen Zeitraum entstanden – und wurde mit grosser Spannung erwartet. Seit Mitte Dezember ist die Wanderikone «Franziskus und Klara vor der Rigi» im Besitz des Pastoralraums Zug Walchwil. Für das Franziskusjahr 2026 wird sie die Zuger ein Jahr lang begleiten und in verschiedenen Kirchen zu sehen sein. Die Ikone stammt aus der Feder der in Deutschland lebenden Ikonografin Janina Zang.

«Es braucht viel Zeit, um eine neue Ikone zu entwerfen», sagt sie. Bereits im April 2024 begann ein Austausch über erste Ideen. «Die Ideen müssen innerlich wachsen und reifen und der Ikonenmaler muss abwägen, wie er diese ikonografisch umsetzen kann», schildert Zang. Jede Ikone entstehe langsam und im Gebet. «Nur dann kann sie die göttliche Stille und Ruhe ausstrahlen, nach der wir suchen und in der wir Gott begegnen können.»

Jahrhundertealte Technik

Für ihre Ikonen verwendet Zang die traditionelle Technik der Eitemperamalerei, die seit dem 8. Jahrhundert verwendet wird. Bei dieser werden die Farbpigmente mit einer Ei-Emulsion gebunden. «Die Eitemperafarben haben eine besondere Intensität und Transparenz, die den Ikonen eine einzigartige Leuchtkraft verleihen», veranschaulicht Zang. «Diese Leuchtkraft der Farben strahlt das göttliche Licht aus, das die Heiligen in sich tragen und in dem sie wandeln.»

Ursprünglich war das Ikonenschreiben die Aufgabe von Klöstern, wo auch das Fasten eine wichtige Rolle einnahm. Heute aber ist die Ikonenmalerei nicht mehr zwangsläufig ans Kloster gebunden – und so sei auch das Fasten keine zwingende Voraussetzung für das Schreiben von Ikonen, sagt Zang. Sie zum zum Beispiel faste nicht beim Ikonenschreiben. Viel wichtiger sei das Herz des Ikonenmalers, die Stille und das Gebet. «Die alten Meister waren Meister ihres Herzens, Meister des Gebets. Deshalb schrieben sie auch besonders schöne Ikonen», hält sie fest.

Janina Zang beim Schreiben der Ikone. Foto: zVg

Das Gebet als Begleiter

Auch Zang zieht sich beim Schreiben einer Ikone in die Stille und ins Gebet zurück, auch wenn dies im Alltag mit drei Pflegekindern nicht immer einfach sei. «Das Jesusgebet ist mein ständiger Begleiter, der mein Herz und meine Hände führt und mich einlädt, Christus und seine Heiligen kennenzulernen», führt sie aus. So sei das Schreiben von Ikonen «ein Suchen und Finden unter der Hand Gottes, eine Entdeckungsreise, so als würde ich Franziskus und Klara eine Zeitlang auf ihrem Weg begleiten und in ihren Lobgesang einstimmen».Was sie dabei am meisten bewege, sei die bedingungslose Freude, die Franziskus und Klara ausstrahlen, trotz Armut, Not und Leid. «Nichts konnte sie von ihrem Lobpreis und ihrer Freude abbringen. Nie verloren sie den Urquell aller Freude aus ihrem Blick: Gott.»

Wanderikone Franziskus und Klara. In Hintergrund die Rigi. Foto: Janina Zang

Rigi samt Antenne

Für die Idee der Wanderikone hat die Ikonografin nur lobende Worte: «Sie macht es möglich, zwei grossen Heiligen ganz neu zu begegnen: Franziskus, dem Bruder Feuer und unermüdlichen Wanderer, und Klara, seiner mutigen Gefährtin, der Schwester Licht. Vielleicht können wir die Freude, den Lobpreis und den Urquell aller Freude in uns wiederfinden und in die Welt hinaustragen. »

Die Ikone ist auf Wunsch lokal verankert und zeigt im Hintergrund die Rigi samt Antenne. Weitere Besonderheiten sind der Kirschzweig in der Hand von Klara oder die Fische im Teich, eine Anlehnung an den Zuger Rötel. «Auf meinem ersten Entwurf war auf der Spitze des Berges eine Kapelle zu sehen, die an Franziskus’ Berufung erinnert», sagt Janina Zang. «Vielleicht schreibe ich die Ikone irgendwann noch einmal. Dann findet die kleine Kapelle dort wieder ihren Platz .»