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Die Spitze ist gebrochen - Kirchenaustritte nach Rekordjahr 2023 wieder rückläufig

Die Zahl der Menschen, die aus der Römisch-Katholischen Kirche austreten, ist nach dem Rekordhoch von 2023 wieder rückläufig – auch im Kanton Zug. Die damals veröffentlichte Missbrauchsstudie hatte viele Menschen empört und verunsichert. Seither sorgt die Kirche mit verschiedensten Massnahmen für verbesserte Prävention und Intervention.

Der Trend ist gebrochen: Die Kurve mit den Zahlen der Kirchenaustritte aus der jährlichen Statistik verläuft landesweit konstant nach unten. Heisst: Es kehren wieder weniger Menschen der Kirche den Rücken zu. Dies gilt sowohl für die Römisch-Katholische wie auch für die Evangelisch-Reformierte Landeskirche. Das Schweizerisch-Pastoralsoziologische Institut (SPI) hat jüngst die aktuellsten Zahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht.

Aus der Katholischen Kirche traten im letzten Jahr schweizweit 27 878 Menschen aus – rund 8900 weniger als im Vorjahr (2024). Im Kanton Zug waren letztes Jahr noch 526 Kirchenaustritte zu verzeichnen. Das ist so wenig, wie seit acht Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2023, nach der Publikation der von der Katholischen Kirche in Auftrag gegebenen Missbrauchsstudie, erklärten kantonsweit 1675 Menschen ihren Austritt aus der Katholischen Kirche. Viele kehrten empört und enttäuscht der Kirche den Rücken. aus; die Zahl der Kirchenaustritte schnellte landesweit nach oben.

Eignungstests sind neu Pflicht

Auch wenn diese Entwicklung mittlerweile wieder abflacht: Die Verantwortlichen haben keinen Grund, sich zurückzulehnen. So haben sie in den letzten Jahren eine Reihe von Massnahmen zur Prävention von sexuellem und spirituellem Missbrauch angeordnet. Wer einen Beruf in der Seelsorge anstrebt, muss seit März 2025 einen mehrstufigen psychologischen Eignungstest durchlaufen und Fragen zu Privatleben und zum Umgang mit der eigenen Sexualität beantworten. Auch gibt es zwischenzeitlich in allen Kantonen anerkannte, kirchenunabhängige Opferberatungsstellen.

Die Ergebnisse der dreijährigen Hauptstudie zum Thema sexueller Missbrauch im Umfeld der Katholischen Kirche werden im Februar 2027 veröffentlicht.

SPI-Kirchenstatisttik 2025: www.kirchenstatistik.spi-sg.ch/kirchenstatistik25/