In Zug verteilt sie Lebensmittel an bedürftige Menschen, in Tansania verhilft sie Schulkindern zu sauberem Trinkwasser: Yolanda Fässler, vielen bekannt von der Aktion «Zuger für Zuger», hat ein Herzensprojekt in Ostafrika.

Yolanda Fässler ist jemand, der sich für andere einsetzt: In Zug kennt man die 60-Jährige unter anderem von der adventlichen Sammelaktion «Zuger für Zuger». Erst jüngst half sie wieder mit, die Taschen mit Lebensmittel spenden an Familien mit kleinem Budget zu verteilen.
Seit 23 Jahren arbeitet Fässler beim GGZ@ Work, das zusammen mit den Landeskirchen und der Zuger Woche hinter der Aktion steht. Zum GGZ@Work kam sie fast schon zufällig, nachdem sie zuvor viele Jahre ein Restaurant führte. Heute leitet sie beim GGZ den Bereich Arbeit und Förderung – und unterstützt Menschen mit Sozialhilfe und Asylsuchende auf dem Weg ins Berufsleben. Doch ihr Einsatz für andere geht über die Landesgrenze hinaus: Fässler engagiert sich seit einigen Jahren für Schulkinder in Ostafrika. Mit ihrem eigens gegründeten Verein «Mchezo wa rangi» (zu deutsch: Farbenspiel) gleist sie laufend verschiedene Hilfsprojekte auf, um das Leben der Kinder im ländlichen Ort Nafco zu verbessern.
Braunes Trinkwasser
Begonnen hat alles mit einer Safarireise. Auf dieser will Fässler 2021 nebst den touristischen «Hotspots» von Tansania die Menschen und das Leben vor Ort kennenlernen. Ihr Guide führt sie zu den etwas weniger bekannten Naturschauplätzen. Und zeigt ihr das kleine Dorf Nafco, etwas ausserhalb der Stadt Arusha, in dem er aufgewachsen ist. Dort erlebt sie einen Schlüsselmoment. Als sie an der Primarschule vorbeikommen, sieht Fässler, wie die Kinder braunes Wasser aus PET-Flaschen trinken. Der Anblick bleibt ihr bis heute in Erinnerung – es ist der «Kick off», der ihre Hilfsprojekte ins Rollen bringt. Das braune Trinkwasser der Kinder stamme aus einem Weiher, aus dem auch die Elefanten vom nahe gelegenen Tarangire-Nationalpark zur Tränke kämen, so erzählt es ihr Guide. Fässler ist erschüttert.
Zurück in der Schweiz, sammelt sie auf eigene Faust Spendengelder. Und finanziert so die ersten Wassertanks für die rund 800 Schulkinder in Nafco. «Jedes Kind sollte Recht auf sauberes Trinkwasser haben», sagt Fässler. Sie gründet einen Verein und baut die Hilfsprojekte stetig aus: eine Küche für die Schule, ein neuer Speisessaal, Wasserleitungen für Toiletten und Lavabos. In mehreren Fällen verhalf ihr Verein zudem Mädchen zum Besuch einer weiterführenden Schule. Und bewahrte sie so vor einer Zwangsheirat.

Hilfe durch Sonnenenergie
Fässlers neustes Projekt ist eine Solaranlage: Dies, um die Wasserpumpe zu betreiben, wenn vor Ort wieder einmal der Strom abgeschaltet wird. Das sei in Tansania leider häufig der Fall. Eine Solaranlage koste 20’000 Franken. Fässler ist es wichtig, dass diese mit Fachkräften vor Ort erstellt wird. Und dass die gewonnene Energie eingespeichert werden kann. Allenfalls könne später auch ein benachbartes Spital von der Solarenergie profitieren. Fässler betont, dass jeder gespendete Franken zu hundert Prozent ins Projekt fliesse. Darum bezahle sie ihre Reisekosten für Besuche vor Ort stets aus der eigenen Tasche. «Für mich ist es ein Herzensprojekt.»
Infos und Spendemöglichkeit: www.mchezo-wa-rangi.ch
