Bea Borrelli ist eine von rund 30 Freiwilligen, die dafür sorgen, dass der Caritas-Markt in Baar funktioniert. Sie erzählt von Menschen, die «an der Kasse jeden Rappen zusammenkramen» müssen.

Schachtelweise Rapsöl, Pommbären, Cornflakes und Mehl werden ausgepackt, Kerzen in die Regale eingeräumt, Kundinnen und Kunden kommen und gehen. Kurz vor Mittag herrscht geschäftiges Treiben im Caritas-Markt Baar. Mittendrin: Bea Borrelli. Sie ist eine von rund 30 Freiwilligen, die dafür sorgen, dass der Markt funktioniert – und erlebt dabei täglich, was es heisst, mit wenig Geld auszukommen.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit im Caritas-Markt?
Bea Borelli: Ich mag die Lebendigkeit hier. Es ist nie langweilig – jeden Tag gibt es andere Lieferungen, andere Menschen, andere Gespräche. Am liebsten bin ich an der Kasse, weil ich dort direkt mit den Kundinnen und Kunden in Kontakt bin. Diese Begegnungen bereichern mich sehr. Viele Gespräche sind kurz, manchmal persönlich, oft berührend. Auch wenn es zwischendurch schwierig sein kann – etwa wegen Sprachbarrieren oder wenn Menschen ihren Frust loswerden – erlebe ich den Alltag hier überwiegend als sehr wertvoll.
Wie muss man sich die Arbeit als Freiwillige hier vorstellen?
Wir sind ein kleines Team: Sonja, die den Markt leitet, eine Person in Ausbildung, und rund 30 Freiwillige. Alle arbeiten sehr selbständig und jede Person packt überall mit an: Kasse, Regale einräumen, Gemüse schön herrichten, Lieferungen auspacken, Staubsaugen. Der Austausch im Team passiert unkompliziert im Alltag, zwischen diesen Tätigkeiten. Uns allen ist ein wertschätzender Umgang wichtig, und das spürt man hier – sowohl im Team als auch im Kontakt mit den Kundinnen und Kunden.
Sie erleben täglich die Lebensrealitäten der Kundinnen und Kunden. Was geht Ihnen besonders nahe?
Manche Menschen müssen an der Kasse jeden Rappen zusammenkramen und legen auch mal etwas zurück ins Regal. Eine Frau kommt jede Woche mit 20 Franken und sagt immer, wir sollen stoppen, sobald diese aufgebraucht sind. Gleichzeitig erlebe ich auch viel Solidarität: Einmal hat ein junger Mann einer anderen Frau mit 50 Rappen ausgeholfen. Solche Momente sind sehr berührend und zeigen, wie viel Menschlichkeit hier Platz hat.
Caritas Zentralschweiz
Ganzes Interview unter: www.caritas.ch
Kollekte für Caritas-Markt Baar
Im Caritas-Markt Baar erhalten Menschen mit wenig Geld Zugang zu preisgünstigen, frischen Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs. Denn gesunde Ernährung soll kein Luxus sein. Am Wochenende vom 13./14. Juni 2026 wurde in den Pfarreien die Kollekte für den Caritas-Markt in Baar aufgenommen. red