Special Olympics, die grösste Sportbewegung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, kommt für ihre «Summer Games» nach Zug – und die Kirche ist mittendrin: Wie aus drei Pfarreizentren bald ein Hotel wird – und warum manche AthletInnen mit eigenem Bett anreisen.

Nachts im Pfarreisaal: Wo für gewöhnlich abends beschauliche Ruhe einkehrt, geht es vom 28. bis 31. Mai etwas lebhafter zu und her. Die drei Pfarreizentren St. Johannes, Gut Hirt und St. Michael in Zug bekommen Besuch – und das nicht zu knapp. 200 Athletinnen und Athleten aus der ganzen Schweiz übernachten hier schon bald im Rahmen der Special Olympics National Summer Games. Insgesamt sind rund 2000 Sportlerinnen und Sportler mit einer geistigen Beeinträchtigung Teil des Grossanlasses in Zug. Weil übernachten im Hotel nicht für alle möglich ist, rüstet die Katholische Kirche der Stadt Zug als Official Partner drei Pfarreizentren zu Unterkünften um. Diese stehen den Teilnehmenden kostenlos zur Verfügung.
Schwächere Unterstützen
Der Aufwand, um die 200 Schlafplätze einzurichten, sei nicht unerheblich, sagt Kirchenrat Stefan Hegglin. «Doch wir haben gemeinsam alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diesen grossartigen Anlass mitzutragen.» Die Kirche möchte damit ein Zeichen für Inklusion setzen. «Wir sind achtsam gegenüber unseren Mitmenschen und unterstützen auch die Schwächeren der Gesellschaft.» Daher sei es selbstverständlich, einen Beitrag zum Gelingen der Spiele zu leisten.

Auf ein wenig Erfahrung kann die Katholische Kirche bereits zurückgreifen: Bereits beim Jodlerfest Zug vor drei Jahren verwandelten sich Zuger Pfarreizentren kurzzeitig in Massenlager. Ähnlich wie damals liefert der Zivilschutz auch diesmal die Matratzen, um am Boden eine einfache Schlafstätte einzurichten. Es gibt aber auch Athletinnen und Athleten, die in einem Bett schlafen werden, sagt Céline Graf vom Hauswartteam. Dies betreffe rund zehn Personen, die aus verschiedenen Gründen nicht am Boden liegen könnten. «Für sie organisiert Special Olympics ein Bett, das wir in den Pfarreizentren neben den Matratzen platzieren.»
Schlafsaal für fast 70 Personen
Insgesamt stehen für die Unterkunft der Teilnehmenden und ihren Coaches in den Pfarreizentren acht Räume zur Verfügung. Der grösste Schlafsaal bietet Platz für knapp 70 Matratzen. «Es gibt getrennte Schlafräume für Frauen und Männer; und behindertengerechte Toiletten finden sich schon jetzt in allen Pfarreizentren», ergänzt Céline Graf.
Duschen können die Sportlerinnen und Sportler in der näheren Umgebung. Im Pfarreizentrum Gut Hirt etwa befindet sich die Schule mit Turnhalle und sanitären Anlagen in Gehdistanz. Duschen und natürlich WCs finden sie aber auch an den Austragungsorten der Wettkämpfe.
Die Pfarreizentren werden erst kurz vor Beginn der Spiele zu Schlafstätten, schildert sie. Denn in den meisten finden bis kurz zuvor verschiedenste Anlässe statt. Rechtzeitig zum Startschuss aber stünden die Pfarreizentren «ganz im Zeichen von Special Olympics».
www.zug2026.ch

Mobile Kapelle
Die Katholischen Kirche Stadt Zug ist während der Special Olympics National Summer Games 2026 an ihrem Stand im Olympischen Dorf mit einem Zelt und einer mobilen Kapelle präsent. Das fahrbare Gotteshaus wurde vor einigen Jahren nach den Plänen eines eigens gegründeten Vereins gebaut. Die mobile Kapelle ist eine Holzkonstruktion im rustikalen Tiny-House-Stil. Im Innern finden sich Kerzen zum Anzünden sowie ein Raum für Gespräche oder persönliches Innehalten.
www.die-kapelle.ch