Im Café gegenüber der Pfarrkirche Unterägeri entsteht ein neuer Treffpunkt für das Dorf. Nach einem Probelauf im Frühling und Renovationsarbeiten im Sommer öffnet das «pöschtli» im Herbst offiziell seine Türen – als Begegnungsort für alle, die Gemeinschaft suchen.
Im «pöschtli» herrscht an diesem Sonntagmorgen im Mai schon kurz nach dem Gottesdienst reger Betrieb. Kirchgemeindepräsident Ivo Krämer und seine Frau Isabelle übernehmen im Lokal direkt gegenüber der Pfarrkirche Unterägeri den Service, bringen Kaffee, Getränke und kleine Köstlichkeiten an die Tische. Man kennt sich, grüsst sich, rückt zusammen. Genau so war es im Restaurant des ehemaligen Hotels Post, das sich früher an diesem Ort befand. «Diese Atmosphäre wollen wir wieder aufleben lassen», sagt Ivo Krämer.
Bis Ende Juni lief das neue «pöschtli» im Probelauf, bevor im Juli die Renovationsarbeiten begannen. Dass ein solcher Ort im Dorf einem Bedürfnis entspricht, zeigte auch die ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung im vergangenen Februar. Sie unterstützte den vom Kirchenrat beantragten Kauf des Stockwerkeigentums deutlich.
Ein Ort für den Austausch
«Das ‹pöschtli› ist einfach ein Stück Heimat», erzählt eine Besucherin an einem der Tische. Nach der Schliessung des Restaurants Schiff fehle im Dorf ein Ort, an dem man unkompliziert zusammenkommen könne – und auch eine Jassbeiz.
Nun soll das neue Lokal Raum für Treffen und Austausch bieten, nicht nur für Menschen aus dem kirchlichen Umfeld: «Das ‹pöschtli› steht allen offen. Es geht darum, dem Dorf Unterägeri etwas zurückzugeben», erklärt Julia Rom, die das Projekt mit ihren Kirchenratskollegen Ivo Krämer, Hubert Schuler und Alfred Meier vorangetrieben hat. Sie hält fest: «Wir zielen damit nicht auf eine finanzielle, sondern auf eine soziale Rendite ab.»
Das «pöschtli» soll kein klassischer Restaurantbetrieb werden, sondern ein offener Ort der Begegnung, Gemeinschaft und Gastfreundschaft. Rund 50 Personen finden dort Platz. Geplant sind regelmässige Öffnungszeiten, ein einfaches gastronomisches Angebot und verschiedene Formate für Jung und Alt: vom Kaffee nach dem Gottesdienst über generationenübergreifende Treffen, Jass- und Spielrunden sowie Gespräche über Dorfpolitik bis hin zu kulturellen und saisonalen Anlässen.
Inspiration fand das Projekt bei der «Bauhütte» in Zug, einem Begegnungsort, der auf Initiative der Katholischen Kirche Stadt Zug, der Reformierten Kirche Kanton Zug und der CityKircheZug entstanden ist.
Grosse Eröffnung steht bevor
Hinter dem «pöschtli» in Unterägeri stehen viele engagierte Menschen. Dazu gehören auch Andrea Walker, zuständig für das Gästeerlebnis, und Joel Honegger, verantwortlich für die Gastronomie. Ab Herbst legen sie richtig los. «Am Ägerimärcht-Wochenende am 6. und 7. September ist die grosse Eröffnung», freut sich Kirchgemeindepräsident Ivo Krämer. Dann soll das Lokal vis-à-vis der Kirche endgültig zu einem Ort werden, an dem man einkehrt und sich in Gemeinschaft wohlfühlen kann.
Aktuelle Anlässe und Öffnungszeiten sind auf der Website www.poeschtli-aegeri.ch zu finden.