Die Liebe als universelles Thema, das sowohl die Musik als auch die Kirche seit Jahrhunderten prägt: Vor diesem Hintergrund darf der Verein ZugMusic die Zuger Kirchen und Kapellen für eine Konzertreihe nutzen. Die Kirche macht damit Kultur für ein breites Publikum zugänglich.

Liebe als Hingabe und Leidenschaft, Liebe und Sehnsucht, und nicht zuletzt: die göttliche Liebe. Verschiedene Facetten der Liebe werden ab Mitte Februar in einer Konzertreihe in den Gotteshäusern der Stadt Zug erlebbar. Unter dem Slogan «Hymne à l'amour» entstehe eine dramaturgische Gesamtlinie, in der Musik, Kirche und das Lebensthema Liebe über mehrere Monate miteinander verwoben seien.
Die Idee, die Konzertreihe bewusst in den Kirchen der Stadt Zug zu verankern, entstand aus dem inhaltlichen Kern des Projekts, sagt Mario Venuti, künstlerischer Leiter des Vereins ZugMusic: «Kirchen sind Orte, an denen Menschen seit jeher über Liebe nachdenken – als Nächstenliebe, göttliche Liebe, partnerschaftliche Liebe oder als Trost in Zeiten von Verlust.» Kurz: Die Liebe sei ein universelles Lebensthema, sowohl für die Kirche als auch in der Musik. Darum war es für den Verein naheliegend, «diese thematische Tiefe mit Räumen zu verbinden, die selbst eine spirituelle und kulturelle Geschichte tragen».
Kultur für breites Publikum
Die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Institutionen basiere auf einem gemeinsamen kulturellen und gesellschaftlichen Verständnis, so der Rektor der Musikschule Zug: «Musik wird als Dienst an der Gemeinschaft verstanden.» Indem die Kirche ihre Räume zur Verfügung stelle, ermögliche sie, dass hochwertige Kultur für ein breites Publikum zugänglich bleibe.
Die Unterstützung durch die Kirche bedeutet für den Verein ZugMusic auch eine konkrete finanzielle Entlastung. Diese erlaube es, die Mittel gezielt in künstlerische Qualität, Nachwuchsförderung und moderate Eintrittspreise zu investieren. «Damit zeigt die Kirche ganz praktisch, was sie der Bevölkerung ermöglicht: kulturelle Teilhabe, Begegnung und sinnstiftende Erlebnisse.»
Nicht zuletzt würden sich die Kirchen auch von der Akustik her für Konzerte anbieten, schildert Venuti: «Die meist hohe, offene Architektur ermöglicht einen warmen, tragenden Klang, der insbesondere für Kammermusik und Vokalmusik ideal ist. Musik kann sich entfalten, ohne technisch verstärkt zu werden – sie bleibt unmittelbar und ehrlich.»
Hinzu komme die zentrale Lage vieler Kirchen in der Stadt Zug sowie ihr offener Charakter: «Kirchen sind vertraute Orte, die keine Schwelle aufbauen, sondern einladen.» Das besondere Ambiente aus Stille und Geschichte schaffe einen Rahmen, in dem Musik nicht nur gehört, sondern erlebt werde. «Musik, die von Liebe, Sehnsucht oder Trost erzählt, erhält in einem Kirchenraum eine zusätzliche Dimension – sie wird Teil eines größeren Sinnzusammenhangs.»
Auch für die Musizierenden habe die Konzertreihe ihren Reiz: «Kirchen antworten auf Musik – sie fordern Aufmerksamkeit, Zuhören und Zurückhaltung.» Dies sei inspirierend und entschleunigend, und in vielerlei Hinsicht anders als ein neutraler Konzertsaal.
Flyer mit allen Konzertdaten