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Geschenk der Wärme gegen zugige Kälte

Das Team des Leuchtturms, der Sozialberatungsstelle der Katholi­schen Kirchgemeinde Zug, über­gab kürzlich 20 Schlafsäcke an die Gassenarbeit. Die Schlafsäcke kommen Menschen zugute, für die eine warme und sichere Nacht im Kanton Zug keine Selbstver­ständlichkeit ist.

Übergabe von 20 Schlafsäcken an die Zuger Gassenarbeit. Raffaela Herzog (Leuchtturm) überreicht Walter Frei (Gassenarbeit) den ersten Schlafsack, im Hintergrund das Team des Leuchtturms (v.l.n.r.: Annelis Uster, Andrea Zeidler, Paola Keiser, Simone Schelker, Franca Dalchow). Foto: Leuchtturm Zug

Im Jubiläumsjahr des Heiligen Franziskus setzte das Team des «Leuchtturms, Diakonie & Soziales» als Sozialberatungsstelle der Ka­tholischen Kirchgemeinde Stadt Zug ein be­sonderes Projekt um. Getreu dem Motto des Heiligen und seiner Weggefährtin Klara, kon­krete Nächstenliebe zu leben und die Würde jedes Menschen zu achten, rückte es mit den Schlafsäcken handfeste Bedürfnisse ihrer Klientel und auch die der Gassenarbeit ins Zentrum: Schutz und Wärme für die Nacht.
Die Übergabe fand nicht drinnen im warmen Büro statt, sondern dort, wo die Gassenarbeit präsent ist und Menschen ohne festen Schlaf­platz antrifft: Draussen im neblig-kalten Grau.

«Es kann jeden treffen. Und es kann schnell gehen.»

Walter Frei ist Fachperson Gassenarbeit von «punkto Eltern, Kinder und Jugendliche» und weiss, aus seiner täglichen Arbeit, dass überraschend viele Menschen im Kanton ohne festen Schlafplatz leben. «Es kann jeden treffen. Und es kann schnell gehen», stellt er fest. «Es genügt eine Trennung, der Verlust des Arbeitsplatzes, gesundheitliche oder psy­chische Probleme oder ein plötzlich tieferes Einkommen.»

Wer in einer solchen Situation auf eine Notlö­sung angewiesen ist, verzehrt seine finanziel­len Ressourcen schnell, weil bezahlbare Über­gangslösungen immer schwieriger zu finden sind. Im öffentlichen Raum fallen vor allem jene Menschen auf, die sich dort länger auf­halten oder sich behelfsmässig einrichten.

Wohnungslos heisst nicht obdachlos

«Wohnungslos ist nicht gleichbedeutend mit obdachlos», betont Walter Frei, «denn man­che Menschen kommen vorübergehend bei Freunden oder Bekannten unter und wech­seln den Schlafplatz von einer Notlösung zur nächsten. Sie bleiben auch im Winter unsicht­bar». Da für die Betroffenen die Notlage das ganze Jahr über besteht, fällt das Fehlen einer Notschlafstelle im Kanton Zug besonders ins Gewicht.

Zum Franziskusjahr hat das Team des Leuchtturms ein besonderes Projekt realisiert: 20 Schlafsäcke für Obdachlose im Kanton Zug. Foto: Leuchtturm Zug.

Beratung und Begleitung eröffnen Perspektiven

Franca Dalchow, Leiterin «Leuchtturm Diako­nie & Soziales» ist sich bewusst: «Ein Schlaf­sack schenkt zwar Schutz und Wärme, ersetzt aber kein Zuhause.» Frei und Dalchow sind sich einig: Entscheidend ist, Armutsbetroffe­nen und Notleidenden mit Gesprächen, Bera­tung und Begleitung Stabilität zu ermögli­chen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Ein Schlafsack ist ein kleines, hand­festes Zeichen, dass jemand die Situation wahrnimmt. Bezahlbarer Wohn­raum und eine Notschlafstelle bleiben drän­gende Themen im Kanton Zug.

Leuchtturm und punkto als Anlaufstellen in Notlagen

Die Beratungsstelle «Leuchtturm – Diako­nie & Soziales» bietet seit über 20 Jahren pro­fessionelle Beratung für Personen aus der Region Zug, die sich in anspruchsvollen Lebenssituationen befin­den. Die Beratung ist kostenlos und unabhängig von Herkunft, sozialem Stand, Religion und Weltanschauung. Finanziert wird sie durch die Katholische Kirchgemeinde Zug.
Termine nach Vereinbarung über Telefon 041 727 60 70 oder Mail an leuchtturm@kath-zug.ch.

«punkto Eltern, Kinder und Jugendliche»
sorgt als Fachzentrum im Auftrag des Kan­tons Zug unter anderem für Gassenarbeit. punkto unterstützt, berät, und betreut Ju­gendliche und Erwachsene, die psychoaktive Substanzen konsumieren, keine feste Bleibe haben und/oder von gesundheitlichen oder sozialen Problemen betroffen sind.
Telefon 041 767 75 62, E-Mail: w.frei@punk­to-zug.ch