Das Team des Leuchtturms, der Sozialberatungsstelle der Katholischen Kirchgemeinde Zug, übergab kürzlich 20 Schlafsäcke an die Gassenarbeit. Die Schlafsäcke kommen Menschen zugute, für die eine warme und sichere Nacht im Kanton Zug keine Selbstverständlichkeit ist.
Im Jubiläumsjahr des Heiligen Franziskus setzte das Team des «Leuchtturms, Diakonie & Soziales» als Sozialberatungsstelle der Katholischen Kirchgemeinde Stadt Zug ein besonderes Projekt um. Getreu dem Motto des Heiligen und seiner Weggefährtin Klara, konkrete Nächstenliebe zu leben und die Würde jedes Menschen zu achten, rückte es mit den Schlafsäcken handfeste Bedürfnisse ihrer Klientel und auch die der Gassenarbeit ins Zentrum: Schutz und Wärme für die Nacht.
Die Übergabe fand nicht drinnen im warmen Büro statt, sondern dort, wo die Gassenarbeit präsent ist und Menschen ohne festen Schlafplatz antrifft: Draussen im neblig-kalten Grau.
«Es kann jeden treffen. Und es kann schnell gehen.»
Walter Frei ist Fachperson Gassenarbeit von «punkto Eltern, Kinder und Jugendliche» und weiss, aus seiner täglichen Arbeit, dass überraschend viele Menschen im Kanton ohne festen Schlafplatz leben. «Es kann jeden treffen. Und es kann schnell gehen», stellt er fest. «Es genügt eine Trennung, der Verlust des Arbeitsplatzes, gesundheitliche oder psychische Probleme oder ein plötzlich tieferes Einkommen.»
Wer in einer solchen Situation auf eine Notlösung angewiesen ist, verzehrt seine finanziellen Ressourcen schnell, weil bezahlbare Übergangslösungen immer schwieriger zu finden sind. Im öffentlichen Raum fallen vor allem jene Menschen auf, die sich dort länger aufhalten oder sich behelfsmässig einrichten.
Wohnungslos heisst nicht obdachlos
«Wohnungslos ist nicht gleichbedeutend mit obdachlos», betont Walter Frei, «denn manche Menschen kommen vorübergehend bei Freunden oder Bekannten unter und wechseln den Schlafplatz von einer Notlösung zur nächsten. Sie bleiben auch im Winter unsichtbar». Da für die Betroffenen die Notlage das ganze Jahr über besteht, fällt das Fehlen einer Notschlafstelle im Kanton Zug besonders ins Gewicht.
Beratung und Begleitung eröffnen Perspektiven
Franca Dalchow, Leiterin «Leuchtturm Diakonie & Soziales» ist sich bewusst: «Ein Schlafsack schenkt zwar Schutz und Wärme, ersetzt aber kein Zuhause.» Frei und Dalchow sind sich einig: Entscheidend ist, Armutsbetroffenen und Notleidenden mit Gesprächen, Beratung und Begleitung Stabilität zu ermöglichen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Ein Schlafsack ist ein kleines, handfestes Zeichen, dass jemand die Situation wahrnimmt. Bezahlbarer Wohnraum und eine Notschlafstelle bleiben drängende Themen im Kanton Zug.
Leuchtturm und punkto als Anlaufstellen in Notlagen
Die Beratungsstelle «Leuchtturm – Diakonie & Soziales» bietet seit über 20 Jahren professionelle Beratung für Personen aus der Region Zug, die sich in anspruchsvollen Lebenssituationen befinden. Die Beratung ist kostenlos und unabhängig von Herkunft, sozialem Stand, Religion und Weltanschauung. Finanziert wird sie durch die Katholische Kirchgemeinde Zug.
Termine nach Vereinbarung über Telefon 041 727 60 70 oder Mail an leuchtturm@kath-zug.ch.
«punkto Eltern, Kinder und Jugendliche» sorgt als Fachzentrum im Auftrag des Kantons Zug unter anderem für Gassenarbeit. punkto unterstützt, berät, und betreut Jugendliche und Erwachsene, die psychoaktive Substanzen konsumieren, keine feste Bleibe haben und/oder von gesundheitlichen oder sozialen Problemen betroffen sind.
Telefon 041 767 75 62, E-Mail: w.frei@punkto-zug.ch