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Katholische Kirche Zug: Mehr als man glaubt
Die Mittagstische in Pfarreien sind mehr als ein Essen. Sie schaffen Orte, an denen Menschen aller Altersstufen, sozialer Hintergründe, Kulturen und Religionen zusammenkommen, miteinander essen und Gemeinschaft erleben. Solche Tischgemeinschaften fördern die Integration und das Gefühl von Zugehörigkeit. All das funktioniert dank einem Netzwerk vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer.
Die Familie ist der erste Ort, an dem Kinder den Glauben ihrer Eltern erfahren.Für Familien und Kinder bieten die Pfarreien ein vielseitiges Programm – oft auch mit speziellen Gottesdiensten. Für die Kleinsten gibt es liebevoll gestaltete Kindergottesdienste, während ältere Kinder von offenen Angeboten und Jugendvereinen profitieren.
Zahlreiche Aktivitäten stärken das Gemeinschaftsgefühl unter den Familien. Sie schaffen durch lebendige Traditionen Erlebnisse, die in allen Lebensphasen Halt und Orientierung bieten.Offene kirchliche Jugendarbeit ist eine wertvolle Investition in die Zukunft. Hier erleben Kinder und Jugendliche Gemeinschaft und lernen Verantwortung zu übernehmen. Als Kirche stärken wir das Vertrauen in die Jugend, unterstützen sie ideell und finanziell. Viele Politiker bis hin zum Bundesrat haben erste Leitungserfahrungen in Jugendvereinen oder -verbänden gesammelt. Dabei entstehen Freundschaften und Netzwerke, die ein Leben lang halten und die später in Beruf und Gesellschaft Früchte tragen.
Unser christlich motiviertes Handeln stellt besonders Arme, Bedürftige und Geflüchtete ins Zentrum. Einen «Tatbeweis» für das Christsein erbringen unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger in ihren täglichen Arbeitsfeldern, in denen sie mit Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen in Kontakt kommen und Unterstützung leisten.Pfarreiliche oder kirchennahe Vereine, Projekte, Gruppen und Einrichtungen bilden Gemeinschaft und wirken präventiv. So tragen zahlreiche Freiwillige unserer Pfarreien dazu bei, dass Nachbarschaftshilfe, Krankenbesuche, Entlastungsdienste und vieles mehr funktionieren. Freiwilligenarbeit fördert das Miteinander in einer immer stärker individualisierten Gesellschaft und sorgt für Solidarität. Wir führen eigene professionelle soziale Beratungsstellen wie den «Leuchtturm Diakonie und Soziales» und «D’Bauhütte», welche zusammen mit den Sozialberatungsstellen der Pfarreien Baar und Cham den ganzen Kanton abdecken.
Unsere Kirchenchöre prägen das kulturelle und gesellschaftliche Leben nachhaltig. Sie pflegen das musikalische Erbe geistlicher Meisterwerke auf hohem Niveau, bewahren kulturelle Traditionen und entwickeln diese weiter. In den ein Gemeinschaftsgefühl, das Mitglieder unabhängig von Alter, Herkunft und Konfession zusammenbringt. Das Gestalten von Gottesdiensten und öffentliche Auftritte bereichern das kulturelle Leben. Kostenlos zugängliche Konzerte ermöglichen allen Teilhabe an Kultur.
Unsere Pfarreien betreiben ein Netzwerk professioneller, diskreter Beratungsstellen, die Menschen in schwierigen Lebenslagen schnell und niederschwellig zur Seite stehen. Der «Leuchtturm Diakonie und Soziales» bietet vertrauliche Hilfe bei Krisen und unterstützt Hilfesuchende darin, ihr Leben eigenverantwortlich zu bewältigen. «D’Bauhütte» in Zug ist ein Café für Begegnung und kostenlose Beratung. Zusammen mit dem Sozial- und Beratungsdienst St. Martin Baar und dem Sozialdienst der Pfarrei Cham deckt die Kirche das gesamte Gebiet des Kantons ab. Stille und wirkungsvolle Rettungsanker für alle, die Hilfe benötigen. Bei uns stehen der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt, unabhängig von Konfession, Religion, Herkunft, Ethnie oder Geschlecht.
Kirche ist mehr als ein Gebäude mit einem Glockenturm. Die Pfarreizentren dienen zahlreichen Gruppen als Treffpunkt. Saal, Sitzungs- und Gesprächsräume stehen meist kostenlos oder günstig zur Verfügung und verfolgen keine Profitmaximierung. Hier haben Kultur und Feiern ihren Platz. Hier findet im Quartier soziales Leben statt, denn Gemeinschaft braucht Räume.
Kirche bietet ein Stück Heimat in der Fremde. Auch im traditionell katholischen Kanton Zug treffen sich in den Pfarreien Katholikinnen und Katholiken aus anderen Kulturkreisen. Egal, ob sie Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Filipino oder eine andere Sprache sprechen, ein Seelsorger in ihrer Sprache ist für sie da. Der gemeinsame Glaube hilft über sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg und unterstützt bei der Integration.
In kirchlichen Angeboten, im Religionsunterricht und in Vereinen lernen Kinder und Jugendliche, sich existenziellen und religiösen Grundfragen zu stellen. Dabei entwickeln sie soziale Kompetenzen, ethisches Urteilsvermögen und Orientierung in Glaubensfragen. Diese Fähigkeiten tragen wesentlich zu einer solidarischen Gesellschaft bei, weil das Leben mehr verlangt, als nur Alltag und Beruf zu gestalten. Deshalb fördern wir Haltung, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftssinn. Unsere Fachstelle Bildung-Katechese- Medien berät und unterstützt bei Fragen zu religiöser Bildung und Erziehung. Die Fachstelle Forum Kirche und Wirtschaft sucht Antworten auf sozialethische Fragen und fördert den Dialog zwischen verantwortungsvollen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kirche und Gesellschaft.
Zahlreiche Frauengruppen stärken unser Gemeindeleben mit einem Netzwerk, das weit über die Pfarrei hinausreicht. Sie organisieren Gemeinschaftsanlässe, soziale Aktionen und fördern gegenseitige Solidarität, damit niemand allein bleibt. Ihr Fokus liegt nicht nur auf aktiven Mitgliedern, sondern auch auf älteren und einsamen Menschen. Das Engagement der Frauen macht das Netzwerk zu einer tragenden Säule für eine lebendige, inklusive und zukunftsfähige Kirche vor Ort.
Das Leben kennt viele Übergänge und Brüche. Als Kirche begleiten wir die Menschen mit christlichen Ritualen bei allen bedeutenden Ereignissen, von der Taufeüber die Hochzeit, in Beziehungs- und Lebenskrisen, bei Krankheit und bis zum Tod. Wir sind an den Brennpunkten des Lebens präsent, ebenso im Spital, in der Psychiatrie oder im Gefängnis. Von den seelsorgerlichen Angeboten profitieren Kinder und Jugendliche in der Jubla, der Pfadi oder den Ministrantengruppen ebenso wie Familien, Alleinstehende, Seniorinnen und Senioren. Wichtig sind uns auch die verschiedenen Missionen für Fremdsprachige und die Seelsorge für Menschen mit Behinderung. In guten und schlechten Zeiten begleiten Seelsorgerinnen und Seelsorger die Menschen auf diesem Weg. Das kirchliche Leben in einer Pfarrei bedeutet auch Gemeinschaft. In vielfältigen Formen von Gottesdiensten, Andachten und Besinnungen feiert die Gemeinde den Glauben und die Gegenwart Gottes.
Unsere Pfarreien bieten ein vielseitiges Programm für Menschen im Seniorenalter: Gemeinsame Anlässe, kulturelle Veranstaltungen, Ferien und Ausflüge schaffen Begegnungen und Freude. Alleinstehende finden Anschluss und Gesellschaft Gleichaltriger. Besonders beliebt sind Angebote, die Generationen verbinden, Erfahrungen teilen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. So tragen wir bei zu einem aktiven Leben, stärken das Wohlbefinden und wirken der Vereinsamung entgegen.
Traditionen sind der Kitt einer Gesellschaft: Sie geben immaterielle Werte über Generationen weiter. Sie verbinden Jung und Alt und schaffen ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl sowie innere Heimat. Das kirchliche Leben ist besonders reich an Bräuchen. Ihre Beständigkeit schenkt Halt und verbindet Generationen nachhaltig.
Viele Kirchen gelten als Kulturgut von höchstem Wert. Hier finden Gottesdienste, Feste und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt und die Gebäude stehen der gesamten Bevölkerung als Kulturdenkmäler offen. Die Kirchgemeinden erhalten und pflegen ihre Bauwerke, die das Stadt- und Ortsbild prägen. Eng mit dem Kirchenraum verbunden ist die Musik: Ausgebildete Musiker und Musikerinnen finden hier eine feste Anstellung und zu besonderen Anlässen werden zusätzliche Profis mit Instrumenten und Stimmen engagiert. Pfarreiliche Räume beherbergen auch regionale Kunstausstellungen, gesellschaftlich relevante Themen, Kurse für Geflüchtete, offenes Singen oder Theateraufführungen. Diese kulturellen Angebote sind meistkostenlos oder sehr günstig, sodass sie auch für Menschen mit geringem Einkommen zugänglich sind. So leistet die Kirche einen wichtigen Beitrag zur sozialen und kulturellen Teilhabe.
In unseren Kirchgemeinden wird Basisdemokratie gelebt: Alle Mitglieder ab 18 Jahren dürfen an den Kirchgemeindeversammlungen teilnehmen und mitbestimmen. Sie wählen den Kirchenrat und entscheiden, wie die erhobenen Kirchensteuern eingesetzt werden – etwa für soziale Projekte, Instandhaltung der Gebäude oder seelsorgerliche Angebote. So gestaltet jede Generation aktiv das Gemeindeleben und die Zukunft.